Jan 21

Manche Dinge wiederum treiben mein Adrenalin in die Höhe. Wie zum Beispiel eine aktuelle Nachricht heute morgen auf B5aktuell.

Die Post will “mittelfristig” das Briefporto anheben. Ist ja seit 13 Jahren gleich geblieben. Theoretisch sogar gesunken, da 1,10 DM eigentlich 0,56 EUR entsprochen hätten, aber im Endeffekt die “glattere” Summe von 55ct “etabliert wurde”. Habe ich prinzipiell auch nix gegen, nach 13 Jahren darf man mal moderat erhöhen. Wesentlich besser als die Bahn, die sich in diesem Zeitraum um über 10% verteuert hat.

Was mich eschoffiert ist die Information, daß die Post dies durch einen Mehrwert ausgleichen möchte, beispielsweise – und jetzt kommts – durch mehr Briefkästen und mehr PostPoints.

Öh… Hallo? Ich habe erst vor einigen Tagen in einem durchaus aktuellen zeitkritischem Buch über die Dienstleistungsgesellschaft Deutschland ein nicht zu knappes Kapitel über die Deutsche Post gelesen. Darin wurde resümiert, daß die Post in den letzten Jahren mit ca. ein Drittel aller Briefkästen entfernt hat (ca. 5000 Stück) sowie wesentlich mehr Postfilialen geschlossen als PostPoints eröffnet hat.

Mal abgesehen davon, daß ich lieber Durchfallscheiße von Fieser Fettsack fressen würde, als freiwillig einen PostPoint aufzusuchen. Die Wartezeit mag unwesentlich kürzer sein als in einer Filiale (in der man schonmal 20min ansteht, weil 3 von 4 Schaltern geschlossen sind), aber mit hohlbirnigen Kleingeistern zu diskutieren, die das Portfolio der Post nicht kennen, tue ich mir nicht mehr an. Dann doch lieber Hermes.

Für mich (und ich gehöre mit meinen 30 Lenzen weder zum Alteisen noch wäre ich technisch unbegabt oder schlicht altmodisch) gibt es keine ernstzunehmende Alternative zu einer echten Postfiliale mit Mitarbeitern, die eine dreijährige Ausbildung bei der Post durchlaufen haben, nicht einen 2-tägigen Workshop für PostPoint-Dummies.

Einzig die Packstation ist eine vernünftige Erfindung der Post! Zumindest, so lange sie nur zum Pakete ABHOLEN verwendet werden soll und sie nicht überfüllt ist – so daß man wieder zur nächsten Filiale laufen darf.

Allerdings muß man der hiesigen Dienstleistungswüste allgemein zugute halten, daß die Deutschen es ja nicht anders gewollt haben. Alle beschweren sich über die “Servicewüste Deutschland”, sind aber gleichzeitig mehrheitlich geil auf Geiz. Bloß keinen Cent zuviel ausgeben, lieber alles mögliche selber machen. Man sieht, wozu es geführt hat. Kein Land der westlichen Welt hat sich zu so einer DIY-Gesellschaft entwickelt wie Deutschland, wo der Kunde inzwischen dazu erzogen wurde, kostenlos Arbeit zu übernehmen, für die früher Angestellte bezahlt wurden. Und niemand hat sich gewehrt.

Jan 21

Zum Einen… hatte ich erwähnt, daß mein USV-Akku nahezu kurz vor einigen Festplatten den Geist aufgegeben hatte? Nun ja. Samstag neuen Akku-Pack bestellt bei battery-direct.de. Montag Versandbestätigung, Dienstag hatte der freundliche und intelligente UPS-Män das Paket bei einem Nachbarn abgegeben, vorhin habe ich – dank der hervorragenden ikonisierten Anleitung den Akku sogar im laufenden Betrieb wechseln können. Den alten kann ich kostenfrei via UPS zurückschicken. Juhu!

Außerdem hatte ich mir ebenfalls Samstag spontan den WD TV Live bestellt. Im Telekom-Shop gab es ihn nicht nur günstig: Nein, schon Montag früh um 9:37 (mitten im Daten-Recovery-Streß) erhielt ich die Mitteilung, dat dat Ding schon verschickt wurde. Und gestern Nachmittag dann die SMS von der Packstation. Juhu!

Und außerdem habe ich festgestellt, daß die Computer schon mächtig weit sind: Sowohl unter Windows als auch unter Linux kann ich inzwischen Bilder aus dem Firefox einfach in ein geöffnetes Ordnerfenster verschieben! Das ging vor kurzem noch nicht! Ich bin so begeistert!! Nix mehr mit rechtsgeklicke und Speichern unter…! Drag & Drop hat endlich auch dort Einzug gehalten, wo ich es schon immer vermisst habe, da es wirklich eine Arbeitserleichterung darstellt! JUHU!

Ja, mich können auch die kleinen Dinge des Lebens glücklich machen… :)

Jan 18

Himmelarsch, meine Fresse! Die oben genannte Festplatte steckt derzeit gleich fünf mal in meinem Server. Zwei teilen sich das RAID1 mit System und wichtigen beruflichen sowie privaten Daten, die anderen drei balgen sich im RAID5-Verbund um andere Userdaten.

Nun hat mein RAID-Controller in letzter Zeit verstärkt fehlerhafte Sektoren gemeldet, und zwar an gleich drei der Platten. So war ichs leid und habe mit Samsung telefoniert. Ein sehr freundlicher Hotline-Agent hat mir in Windeseile ein paar RMAs und Anweisungen zum reibungsfreien Garantietausch gemailt.

Nun bin ich, gerade was meine Daten angeht, ein vorsichtiger Mensch, außerdem brauchte ich ja ein bißchen Kapazität, um meine Daten zwischenzuspeichern. Also bin ich gleich am nächsten Tag, nämlich dem vergangenen Freitag, in den Münchner K&M-Shop gerannt und habe nochmal zwei Exemplare der Baureihe HE103UJ erstanden.

Beide auch gleich am Freitag eingebaut, dem RAID5 als Hot Spare gemeldet und eine der fehlerhaften Platten entfernt. Nach kurzem aber lauten Gepiepe des Controllers (“harddisk an port sowieso failed, hot spare took over”) legte selbiger auch schon los und kaum 6 Stunden später war das Array wieder “rebuilt”.

Heute Nachmittag wollte ich dann das selbe Spielchen mit der zweiten Platte durchziehen: Platte raus, Hot Spare springt ein, rebuilding, supi. Ein paar Stunden später, gerade auf dem Weg ins Bett, noch schnell den Rechner ausschalten… Hoppla, watt is das? RAID-Status CRITICAL? Rebuilding abgebrochen? Gut, nochmal anstoßen. Klick, ratterdiklack, “rebuilding failed. an error occurred on disk bla tüt”. WTF..?! Die Platte hab ich doch erst VORGESTERN gekauft?!?!

Dieser verfickte Drecksplatte ist doch tatsächlich gerade mal 48h am Stück gelaufen, bevor sie sich mit irreparablen Fehlern gemeldet hat! Und das allerschlimmste: Das ist exakt in dem Zeitfenster passiert, in dem sich das RAID im Rebuilding befunden hat, sprich: Null Toleranz bei Fehlern! 3 Stunden vorher – kein Problem, hätte ich halt das Rebuilden sein lassen und nur ein bißchen gekotzt! 3h später – kein Problem, dann wären alle Daten schon vollständig auf die neue Platte synchronisiert gewesen und der RAID-Verbund hätte – seinem Zweck entsprechend – gehalten.

Wie groß ist die verdammte Wahrscheinlichkeit, daß eine NAGELNEUE Platte nach so kurzer Zeit das zeitliche segnet und dann auch noch zu dem denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, an dem NULL Datenredundanz herrscht, für die so ein blödes RAID nunmal entwickelt und in meinem Server eingerichtet wurde?!?!

Ich kann in diesem Leben niemals so viel fressen, wie ich KOTZEN möchte!

Ich habe nun ein RAID5-Array, das aus folgenden Platten besteht:

  • alte, funktionstüchtige Platte mit Daten
  • neue, funktionstüchtige Platte ohne Daten (da die Synchronisierung nicht komplett war)
  • neue Platte mit Fehlern und Daten

Ich sitze nun seit gut 6 Stunden vor der Kiste, habe eine der alten 1TB-Platten mit reparierten Sektorfehlern reaktiviert und schaufele Daten drauf. Da die Daten nun teilweise von einer defekten Platte gelesen werden, kann ich hier schön fast jedes Verzeichnis einzeln kopieren. Und wenn wir über einen defekten Sektor stolpern, ist in der Regel Reboot angesagt, da der Controller das RAID dann deaktiviert.

Und das alles mache ich bei dem penetranten Gepiepe meiner USV, deren Akku vor ein paar Tagen ebenfalls den Geist aufgegeben hat. Und ich trau mich auch nicht, mich sinnlos zu besaufen, weil ich Angst habe, Flüchtigkeitsfehler zu machen. :(

Jan 08

Ja, ist grad kalt. Nicht nur in Deutschland, wie ich gestern im Radio-Special zu den aktuellen Temperaturen auf der Welt gehört habe. Schnee in London und an irgendwelchen anderen Orten, die ich wieder vergessen habe, aber nichtmal wusste, daß es dort schneien könnte.

Ganz besonders arm dran waren einige Skandinavische Länder. Mit -30°C war glaube ich Norwegen am Ärmsten dran. Und eine Finnin musste in einer -10°C kalten Wohnung schlafen, weil wie bei so vielen anderen die Heizung gestorben ist. Rohr geplatzt, Kessel explodiert, was weiß ich.

Auf dem Weg vom Auto in unsere Wohnung habe ich die armen Schweine ohne Heizung noch bedauert. Bei -10°C schlafen – eher übernachte ich in einer minimal beheizten Bahnhofstoilette! Daheim angekommen, Notebook abgestellt, ins WohnKüchZimmer gegangen und wollte mir was zu essen machen. Mmh, büschn kalt hier. Zur Heizung gegangen. Peter Lustig verflucht. Wieso stellt der denn die Heizung so doll runter, wenn mal ein paar Stunden lang keiner im KüchWohnZimmer ist?

Kleiner Einwurf: ICH bin Energiesparfuchs. In meiner alten Bude lief die Heizung wirklich nur, wenn sie gebraucht wurde. Aber das Haus war gescheit isoliert, die Decke fand sich nicht erst in 4m Höhe und die Heizkapazität reichte aus, jeden Raum innerhalb von 10 Minuten auf kuschelige Temperaturen zu bringen.

Die Heizkörper in unserer jetzigen Bude sind so schwächlich und unterdimensioniert, die Fenster samt Fassungen so undicht, daß ein voll aufgedrehter Heizkörper (bzw. zwei im WohnKüchZimmer) bei den aktuellen Außentemperaturen einige Stunden brauchen, um annähernd 18°C hinzukriegen. Ich monitore das seit einigen Tagen und erwäge eine Beschwerde beim Vermieter.

Back on Track: Rumdrehen an der Heizung hat natürlich nix gebracht. Beim Herrn Lustig wars auch nicht wärmer und mein Zimmerthermometer zeigte nur 16°C an. Juhu, spätabends konnte ich natürlich auch nix mehr erreichen. Also war Schlafen mit zwei Bettdecken angesagt. Zum Glück funktionierte die Heißwassertherme noch, so daß ich mich wenigstens vorher ein Bißchen aufwärmen konnte. Heute morgen dann bei immerhin PLUS 10°C aufgewacht. Und als ich vorhin daheim weg bin, fingen auch die Heizkörper gerade an zu gurgeln und wurden warm.

Jan 07

LOL… grad bei nem Kunden gesehen. Das Ticketsystem antwortet erstmal auf jede erhaltene Mail mit einer provisorischen Antwort, in der u.a. Folgendes drin steht:

In NOTFÄLLEN (auf der Statusseite nicht vermerkte Ausfälle, Probleme von denen Leib und Leben abhängen) öffnen Sie bitte ein _NEUES_ Ticket mit der Priorität “sehr hoch” / “Notfall”. Dadurch wird eine Alarmkette in Gang gesetzt.

Jan 05

In den letzten Tagen habe ich mich (aus einer Art “aktuellem Anlaß”) wieder vermehrt mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt. Hierbei hat sich mir – wie schon früher öfter – die Frage gestellt, was ich im Krieg für einen Beitrag geleistet hätte.

Wäre ich ein Mitläufer gewesen, der – beflügelt durch mögliche Macht und Karrierechancen innerhalb der Wehrmacht oder NSDAP – alles andere ignoriert hätte? Der sein Gewissen verleugnet hätte und nur auf seinen eigenen Status bedacht gewesen wäre, frei nach dem Motto “mir gehts gut”? (Mir fällt dabei die Filmszene aus Schindlers Liste ein, wo die SS-Offiziere und Schindler an einem heißen Sommertag vor dem vollgepackten Juden-Zug sitzen und Eis essen, während drinnen die Leute bei 50°C in den Waggons verrecken.)

Wäre ich derjenige gewesen, der den Schlauch geholt und den Menschen im Zug ihre Qualen erleichtert hätte? Hätte ich Juden bei mir im Keller versteckt? Wäre ich gar im Untergrund aktiv geworden? Hätte mein Volk verraten und verletzt oder getötet, um ein anderes Schrägstrich mehrere zu schützen?

Oder hätte ich einfach weggeguckt? Auch auf meinen Vorteil bedacht, nämlich daß mir bloß nix passiere?

Ich versuche, mich mit der zweiten Variante zu beruhigen. Daß ich – in einem bescheidenen Rahmen – versucht hätte, verfolgten Menschen zu helfen. Aber ich bin kein Held, sondern ein Schisser. Und war gerade früher niemand, der weitreichende Konsequenzen seiner Handlungen berücksichtigt hätte.

Außerdem haben inzwischen viele Studien belegt, daß Menschen mit Macht über andere Menschen in den allermeisten Fällen nicht umgehen können und diese mißbrauchen.