Moin.
Gestern aus Kassel wiedergekommen. Unterwegs musste auf knapp 500km natürlich das ein oder andere Tröpfchen entsorgt werden – sowohl bei der Dame als auch bei mir. Letzterem war es natürlich egal, wo. Aber bei Stef kann ichs verstehen, daß sie nicht auf irgendnem Parkplatz in die Walachei pullern möchte.
Also Nürnberg/Feucht raus und ab zu den SaniFair-Toiletten. Wasser-Nachschub brauchten wir sowieso, also sollten uns die 50 ct “Zwischengebühr” nicht weiter kümmern. Doch was sahen meine entzündeten Augen am Zahl- und Drehkreuz?
NEU! SaniFair kostet jetzt 70ct! Sie erhalten jedoch einen 50ct Wertbon!
WTF?! Habt ihr nen Schaden, SaniFair? SaniUnFair? Das ist doch mal wieder eine typische deutsche Scheiße! Es ist ja schon grenzwertig, die Toilettennutzung an einen Wertbon zu koppeln, den ich erst NACH Toilettenbenutzung einlösen kann. Was ist, wenn ich erst essen und dann pinkeln möchte? Was ist, wenn ich vorher UND nachher muß? Gut, ich kann mir den Gutschein fürs nächste Mal aufheben. Aber ich möchte nicht wissen, wie viele dieser Wertbons im Müll landen und die Betreiberin SaniFair die 50ct als Reingewinn verbuchen kann.
SaniFair begründet diese Servicegebühr mit Kundenumfragen, die ergeben haben, daß man sich umfangreichere und kindergerechtere Einrichtungen wünscht. Ist ja auch alles schön und gut, wenn Mutter und Vater bereit sind, für einen gepflegten und hygienischen Wickeltisch eine entsprechende Gebühr zu bezahlen.
Aber weshalb schert SaniFair damit alle “Kunden” über einen Kamm? Ein Mann, der seine Notdurft im Urinal versenkt und sich danach die Hände wäscht, verursacht lange nicht den selben Aufwand wie jemand, der eine Kabine oder gar nen Wickeltisch einsaut. Nun gut, es ist allein aus Gründen der Geschlechterungleichstellung schwer zu vertreten, daß ein Mann weniger zahlen sollte als eine Frau. Aber warum sollen wir (meine Freundin und ich) für irgendwelche Eltern die Raststättenkinderbadewanne mit Babypuder und Rosenblütenbadeschaum bezahlen? Wenn ich selber mal Elter bin, ist mir das unterwegs ganz sicher ein paar Cent wert (wenn ich denn zu blöde bin, um selber daran zu denken, Babypuder mitzunehmen). Aber ich war noch nie ein Fan von Quersubventionierung, ich trage als Autofahrer schon genug andere Dinge wie Bildung, öffentliche Einrichtungen, Rentner, ohne etwas davon zurückzubekommen (neue/breitere Straßen bspw.)!
Also, SaniFair: Es wird Zeit für getrennte Eingänge. Einmal Toilette und einmal Eltern/Kind. Werde ich sicher auch bald mal Kunde von Euch.
Und was war meine persönliche Lösung in Nürnberg/Feucht? Stef musste, also ist sie auch aufs hygienische SaniFair-Klo gegangen. Ich selber habe es nicht eingesehen und meine Notdurft direkt neben dem Raststätten-Eingang verrichtet. Ein vorbeifahrender Kleinbus mit Teenies an Bord hat komisch geguckt, aber das war mir reichlich rille.
Und das Fazit: SaniFair und damit (fast) alle Raststätten kann mich mal! Ich werde künftig die Minute Fahrzeit investieren, die ich brauche, um zu einem Autohof in Autobahnnähe zu gelangen. Dort freut man sich nämlich über zahlende Kundschaft und stellt ihnen gerne und bereitwillig kostenfreie, saubere Toiletten zur Verfügung.
Update: Googlet mal nach saniunfair.




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